Geschichte der Schokolade Teil 2 – Die Europäer kommen

Als die Europäer Amerika entdeckten, bedeutete dies nicht nur für die Ureinwohner eine große und einschneidende Veränderung. Auch für die Schokolade war dies der Beginn eines neuen Zeitalters. Sie wurde zunächst in ihrer Urform nach Europa gebracht und dort immer weiter verändert, bis sie die Form und den Geschmack hat, den wir heute von ihr kennen.

Die Europäer kommen

Im Jahre 1502 landete Christoph Kolumbus im heutigen Honduras. Während dieser Reise kam er auch mit Kakao in Kontakt. Er sah darin jedoch noch nicht den Grundstoff für die Süßigkeit, die wir heute kennen. Die Kakaobohnen dienten damals als Zahlungsmittel, und genau als dieses betrachtete Kolumbus den Kakao. Als Nahrungsmittel oder sogar als Genussmittel blieb ihm und seinen Gefährten die exotische Frucht fremd. Dies änderte sich mit der Ankunft eines weiteres spanischen Entdeckers und Eroberers. Im April 1519 landete nämlich Hernando Cortez im damaligen Aztekenreich. Er sah im Kakao zunächst ebenfalls nur ein Zahlungsmittel. Allerdings ließ er Plantagen errichten, auf denen es angebaut werden sollte. Im Laufe der Zeit, während der Eroberung des Aztekenreiches, lernte Cortez jedoch auch, dass Kakao, richtig zubereitet verzehrt werden konnte.

Es ist zu vermuten, dass die Urschokolade aufgrund ihres bitteren Geschmacks eher abstoßend auf Europäer gewirkt hat. Die Schokolade, die die Ureinwohner damals verzehrten war flüssig. Sie bestand aus einer schaumig geschlagenen Mischung aus Kakaopulver und Wasser. Der hohe Fettanteil, die Kakaobutter, machte es zunächst schwierig, das Pulver mit Wasser zu mischen. Es musste daher kräftig gerührt werden um den Kakao gleichmäßig zu verteilen. Wahrscheinlich ist dies der Grund, warum die flüssige Schokolade der Ureinwohner Amerikas schaumig war. Es ist überliefert, dass bisweilen weitere Zutaten wie Chilli oder Honig hinzugefügt wurden.

 

 

Der Kakao kommt nach Europa

Wann genau die ersten Kakaosamen nach Europa gebracht wurden ist nicht genau bekannt. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass Hernando Cortez der erste war, der die Samen von Amerika mitbrachte. Die erste überlieferte Ladung Kakao gelangte 1585 von Veracruz nach Spanien. Allerdings wird berichtet, dass bereits im Jahr 1544, also 40 Jahre zuvor, am spanischen Hof Schokolade getrunken wurde. In diesem Jahr überreichte angeblich eine Abordnung der Maya dem spanischen Hof ein Gefäß mit schaumig geschlagener Schokolade.

Der Kakao war durch seinen langen Transport über den Atlantik sehr teuer. Nur Reiche konnten sich also den Luxus leisten, Schokolade zu trinken. Zudem ähnelte dieses Getränk immer noch sehr stark der Urschokolade, die recht bitter war, was das Verlangen nach dem Getränk sicher nicht gerade förderte.

Das neuartige Getränk wurde in Europa mit Neugier betrachtet. Die ursprünglichen Rezepte der Maya und Azteken schmeckten den Europäern nicht besonders. Wahrscheinlich ist der bittere Geschmack des Kakaopulvers schuld daran. Erst durch die Entwicklung von neuen Rezepten und vor allem durch die Zugabe von Zucker oder Honig wurde aus dem indianischen Rezept ein beliebtes, wenn auch teures, Modegetränk. Neben Honig und Zucker wurde auch mit anderen Gewürzen wie Zimt oder Anis experimentiert. Zudem wurde die flüssige Schokolade warm getrunken, im Gegensatz zu der indianischen Xocolatl, die kalt genossen wurde. Die Spanier hatten für viele Jahre das Monopol auf Kakao inne, da sie die Anbaugebiete kontrollierten. Um aber von Spanien aus, das gesamte Europa zu erobern, musste noch viel Zeit vergehen.